Nachgefragt, was wurde aus

Meiner Frage an die Politik? Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Beitrag „Mehr Demokratie wagen“. Was möchten die Parteien im nächsten Bundestag für uns Behinderte tun? Das hatte ich alle Abgeordneten meines Wahlkreises gefragt. Zuerst hatten die Grünen geantwortet, kurz danach die SPD.

Letzte Woche habe ich auch eine Antwort der FDP erhalten.

Sehr geehrter Herr Schlenkert,

danke für Ihre Frage zu unseren Initiativen für behinderte Mitmenschen in der nächsten Legislaturperiode. Gerne würde ich Ihnen drei konkrete Anliegen unserer Partei zusenden, die Sie auch in unserem Bundestagswahlprogramm finden: Zunächst fordern wir Freie Demokraten mehr Wahlfreiheit für Menschen mit Behinderungen. Unabhängig von der Wohnform und vom Wohnort sollen sie Anspruch auf alle Leistungen aus der Sozialversicherung haben. Damit jeder Mensch selbst über seine Angebote bestimmen kann, wollen wir das persönliche Budget einfach und unbürokratisch nutzbar machen. Damit ermöglichen wir mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen. In unserem Wahlprogramm fordern wir zudem, die vollständige und umfassende Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, denn barrierefreie Mobilität ist Bewegungsfreiheit. Von ihr profitieren Menschen mit Behinderungen, Familien mit Kindern, ältere Menschen und letztlich wir alle, denn Einschränkungen der Mobilität erfährt zeitweise jede und jeder Einzelne. Auch wenn es auf Ihren Fall nicht konkret zutrifft, wollen wir weiterhin eine bessere Beratung und Arbeitsvermittlung für Menschen mit Behinderungen. Die Vorbereitung muss bereits in der Schule beginnen. Wir wollen die praxistauglichere Ausgestaltung des Budgets für Arbeit und eine praxisnahe aktive Arbeitsvermittlung und Begleitung. Die über 300.000 Beschäftigten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen bilden ein großes und zu wenig berücksichtigtes Potential für den ersten Arbeitsmarkt. Wir wollen ihre Chancen auf eine reguläre Beschäftigung verbessern.
Konstantin Kuhle

Finde ich sehr sinnvoll. Gerade beim derzeitigen Fachkräftemangel bieten wir Behinderten ja eine zusätzliche wertvolle Ressource. In den Stellenanzeigen spiegelt sich dies jedoch nicht wider. In einer Stichprobe konnte ich feststellen, Behinderte werden außen bei ausgeschriebenen Stellen der öffentlichen Hand nicht sonderlich erwähnt. Fehlt eigentlich nur noch die CDU, die hat auf meine Frage bisher nicht reagiert.

Aber keine Antwort ist ja auch eine Antwort. Und die Wählergruppe der Schwerbehinderten ist nicht klein. Eine Beachtung also eher geboten. So ca. jeder zehnte ist betroffen. Und für mich besonders interessant, 89 % erlangen ihre Schwerbehinderung wie ich, durch eine Krankheit.

Wiesbaden – Die Zahl der Menschen mit einer Schwerbehinderung in Deutschland ist leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lebten Ende vergangenen Jahres rund 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Das waren rund 1,8 Prozent oder 136.000 mehr als zwei Jahre zuvor. Der Anteil an der gesam­ten Bevölkerung betrug 9,5 Prozent.

Etwas mehr als die Hälfte (50,4 Prozent) waren Männ­er. Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf: So war circa ein Drittel (34 Prozent) der schwerbehinderten Menschen 75 Jahre und älter. 44 Prozent gehörten der Altersgruppe von 55 bis 74 Jahren an. Nur 2 Prozent waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Mit nahezu 89 Prozent wurde der Großteil Teil der Behinderungen durch eine Krank­heit verursacht, rund drei Prozent der Behinderungen waren angeboren bezie­hungs­weise traten im ersten Lebensjahr auf. Knapp ein Prozent der Behinderungen war auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

Quelle Ärzteblatt

Bleibt zu hoffen, dass wir uns am Sonntag im September an diese gestalterische Macht erinnern, zahlreich zur Wahl gehen und in der nächsten Legislaturperiode kritisch hinterfragen, was von den erwähnten Ideen umgesetzt wurde. Ich, auf alle Fälle, freue mich auf meinen Beitrag dazu.

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

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