Mehr Demokratie wagen

An diese Worte von Willy Brandt musste ich denken. Ich bin in zwei Gruppen zum Thema Schlaganfall auf Facebook. Hier wird öfter mal auf Kostenträger und die Politik geschimpft. Wie ich finde, meist durchaus berechtigt.

Aber was kann ich als Betroffener mehr tun, als auf Facebook schimpfen? Im September haben wir wieder die Wahl. Wir behinderte Mitmenschen sollten doch die Partei wählen, die sich am meisten für uns einsetzt? Ich habe mich entschlossen, nicht nach meiner üblichen Gewohnheit zu wählen, sondern vor meiner Entscheidung die Parteien nach ihren Positionen und Initiativen für Behinderte zu befragen. Ich habe mich an die Fragefunktion auf abgeordnetenwatch erinnert und den vier Parteien (SPD, CDU, FDP und Bündnis 90/ Die Grünen) folgende Frage gestellt:

Guten Tag Frau/ Herr,
seit letztem Jahr habe ich (53) durch einen Schlaganfall eine Schwerbehinderung. Das bringt einige Schwierigkeiten und Kämpfe mit sich. Näheres finden sie in meinem Blog weitermitplanb.org
Im September haben wir Wähler das Wort. Um mir eine Meinung zu bilden, hätte ich folgende Frage: Welche Initiativen plant ihre Partei insbesondere für behinderte Mitmenschen konkret in der nächsten Legislaturperiode?

Dabei war es mir wichtig, dass ich möglichst direkt die Abgeordneten meines Wahlkreises anspreche. Das sind ja meine wirklichen Vertreter. Das geht leider nur bei der SPD und der AFD. Nur in diesen beiden Fällen ist ein Abgeordneter meines Wahlkreises im Deutschen Bundestag vertreten. Die AFD ist für mich jedoch keine Option. In den Fällen der anderen Parteien habe ich versucht, mindestens einen niedersächsischen Abgeordneten anzusprechen. Die Namen der Abgeordneten findet ihr im Foto.

Nach sieben Tagen hatte sich lediglich Katja Keul von den Grünen zurückgemeldet. Schaut euch ihre Antwort einmal an. Ich finde, das Programm für Behinderte hat Hand und Fuß. Gerade der Abschnitt mit den Hilfsmitteln kommt mir sehr entgegen. Schade, dass Parteien, denen ich bisher näher gestanden habe, meine Frage bisher nicht beantwortet haben oder wollen? Vielleicht ist die Zielgruppe behinderte Mitmenschen ja gefühlt zu klein. Vermutlich gibt es drängendere Probleme als uns? Das finde ich schade. Mein Kreuz kann ich hier nicht/ nicht mehr setzen.

Ich werde die Frage kurz vor der Wahl, wenn die genauen Kandidaten in meinem Wahlkreis feststehen, noch einmal stellen. Vom Ergebnis werde ich dann wieder berichten. Erst mal, Danke liebe Grünen für eure Aufmerksamkeit. Das tut wirklich gut.

Was wurde aus mehr Demokratie wagen? Verfolgt hier die weiteren Antworten.

Foto von Polina Kovaleva von Pexels

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

3 Kommentare zu „Mehr Demokratie wagen

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