Einfach mal den ausgetretenen Pfad verlassen

In meinen beiden Schlaganfallfacebookgruppen werde ich öfter mal um Rat gefragt. Und tatsächlich habe ich zum Jahreswechsel einen Tipp, quasi aus meiner aktuellen Selbsterfahrung.

Tipp 1: Hin und wieder mal den ausgetretenen Pfad verlassen. Meint, gelegentlich auch mal den Therapeuten wechseln.

In meinem Fall betrifft das meine Ergotherapeutin. Kurz vor Weihnachten überraschte sie mich mit der Nachricht, dass sie die Praxis wechselt.

Erst war ich etwas geschockt. Ich habe Frau G. viel zu verdanken. Nicht nur als Ergotherapeutin. Mit Mitte fünfzig hat sie da einfach viel Erfahrung. Sie hat mir viel geholfen, am Anfang meiner Nachsorge. Als ich aus der Reha nach meinem Schlaganfall nach Hause kam. Als es nicht mehr so schnell mit den Erfolgen ging und ich die Absage meines Hilfsmittels von meiner Krankenkasse erhielt.

Sie hat mir nicht nur als Ergotherapeutin geholfen, sondern war zu der Zeit ein wenig auch meine Psychologin. Sie hat viel Erfahrung mit neurologisch erkrankten Menschen. Das habe ich damals zunehmend realisiert, ihre Hinweise auf meine stetige Weiterentwicklung aus ihrer professionellen Sicht. Sie hat mich aufgebaut, mir die Möglichkeit gegeben, nach vorne zu schauen und trotz Behinderung neue Ziele ins Auge zu fassen.

Aber es wurde auch Zeit, etwas Neues kennenzulernen. Wir haben in den zwei Jahren unsere Routine entwickelt. Neue Impulse fehlten etwas.

Jetzt habe ich eine neue Ergotherapeutin. Viel jünger, erst so Mitte zwanzig. Sportlich, voll mit modernem Wissen über die Krankheit und aktuellen Therapiemöglichkeiten. Aber natürlich mit viel weniger Erfahrung.

Auch dieses Jahr möchte ich eine neue Osterherausforderung starten

Ich freue mich auf die neue Challenge. Ich mag ja Herausforderungen und ich hätte abschließend einen weiteren Tipp für euch.

Tipp 2: Wenn ihr mit euren Therapeuten zufrieden seit, sagt es ihnen mal wieder. Und lasst mal Blumen sprechen. Das habe ich wenigstens zum Abschied getan.

Ein gutes neues Jahr 2023 mit zum Schluss hoffentlich vielen Fortschritten und neuen Zielen wünscht euch

Olaf

Foto von Ann H: https://www.pexels.com/de-de/foto/scharren-text-wort-kopie-raum-2789779/

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

4 Kommentare zu „Einfach mal den ausgetretenen Pfad verlassen

  1. Du hast das sehr gut in Worte gefasst, was Therapeuten für uns bedeuten.
    Vor sechs Jahren war ich auf der Suche nach einer Physiotherapie .
    Ja, sie war gut, doch meinen Vorstellungen, wie ich sie in der Reha hatte war es nicht.
    Also auf der Suche nach einer neuen, ein voller Erfolg. Junger Mann mit sehr viel Herz zu seiner Arbeit. Ja auch ein persönlicher Psychologe 😂 und viel Spaß und das bis heute.
    Zwischenzeitlich hat er Praxis und Ort verlassen.
    Ich bin ihm ein Jahr hinterher gefahren.
    Nun ist er wieder in unserem Ort.

    Like

    1. Vielen Dank. Ja, es ist nicht immer einfach. Am Anfang weiß man nicht, was gut für einen ist. Dann mag man den Therapeuten nicht enttäuschen. Schön, wenn man dann den passenden Therapeutendeckel gefunden hat. Dir weiter viel Erfolg.

      Like

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: