Kafka on the road

In seinem Blog nennt er sich Kafka. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich per Newsletter in meinem Mailaccount von ihm höre. Er berichtet aus dem Wedding. Dem Berliner Stadtteil, zu dem ich seit 1988 ein ganz besonderes Verhältnis habe. Ich habe dort Silke L. besucht, noch zu DDR Zeiten und ich, mit 18 Jahren vom Dorf zum ersten Mal allein in die Großstadt. Dieses verlängerte Wochenende mit Ausflug nach Ostberlin werde ich nie vergessen.

Heute übernimmt das Beobachten und Kommentieren von Berlin Kafka. Er ist ein guter Beobachter mit leicht melancholischer Art. Immer bereit für die kleine Geschichte dahinter. Diesmal geht es um Afrika und einen König, mitten in Berlin. Kostprobe gefällig? Einfach auf diesen Link klicken.

Häufig bedanke ich mich bei ihm für seine Beiträge mit einem kurzen Kommentar. Ich mag seine leise und nicht anprangernde, aber klare Art, ohne ihn dabei überhaupt näher zu kennen.

Jetzt war ich aber ehrlich überrascht. Kafka hat auf meinen Beitrag zum Thema Ehrenamtlicher Richter geantwortet. Und zwar, wie ich finde, mit einem sehr wichtigen Hinweis. Diesen möchte ich euch nicht vorenthalten.

Er wies mich auf eine verhältnismäßig neue Schlichtungsstelle für uns Behinderte hin. Schlichtung und Kompromiss ist ja immer besser als Konfrontation und Klage vor Gericht. Das kennt man ja schon aus dem privaten.

Die Schlichtungsstelle BGG habe ich bis dato gar nicht gekannt. Momentan geht es überwiegend um Schlichtungen zwischen Behinderten und Bundesbehörden. Ab 2025 werden dann auch privatwirtschaftliche Firmen einbezogen. Ich denke dabei an das Verreisen mit der Bundesbahn, welches immer viel zu lange vorher von uns Behinderten angekündigt werden muss, wenn man Hilfe benötigt. Oder an die vielen kaputten Fahrstühle, die zu einem echten KO bei Ausflügen für Rollstuhlfahren werden können. Das Thema Hilfsmittelgewährung aus Kafkas Kommentar habe ich nicht direkt auf der Seite gefunden. Sollte ich jedoch noch einmal Bedarf haben, würde ich die Schlichtungsstelle einfach einmal anschreiben.

Klingt interessant für euch? Hier mal ein Auszug aus ihrer Homepage:

„Der Gesetzgeber hat in zwei umfassenden Reformpaketen zur Stärkung der Teilhabe und der Barrierefreiheit den Aufgabenbereich der Schlichtungsstelle BGG erweitert. Durch das Teilhabestärkungsgesetz wurde das BGG um ein Zutrittsrecht mit Assistenzhund zu allgemein zugänglichen Einrichtungen und Anlagen erweitert. Dazu gehören auch Einrichtungen privater Betreiber wie Hotels oder Supermärkte. Zur Durchsetzung dieses neuen Rechts wurde für die Menschen mit Behinderungen, denen der Zutritt verweigert wurde, das Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle BGG eröffnet. Damit ist seit dem 1. Juli 2021 die Schlichtungsstelle BGG erstmals in einem Bereich umfassend für die Schlichtung von Konflikten zuständig, an denen private Stellen beteiligt sind.

In den nächsten Jahren wirksam wird auch die 2021 beschlossene Erweiterung der Zuständigkeit der Schlichtungsstelle BGG durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Hiernach kommen ab 2025 Schlichtungsverfahren auch für bestimmte Produkte und Dienstleistungen der Privatwirtschaft in Betracht. Ein Antrag auf Schlichtung ist dann zulässig, wenn diese Angebote die gesetzlichen Standards der Barrierefreiheit nicht erfüllen und deshalb nicht oder nur in eingeschränkter Weise genutzt werden können.

186 Anträge wurden 2021 von Privatpersonen und Verbänden bei der Schlichtungsstelle gestellt. Diese erneut angestiegene Zahl von Anträgen gab den Schlichtenden und der Geschäftsstelle die Gelegenheit, in vielen Einzelfällen zur Beseitigung von Barrieren und der Verhinderung von Benachteiligungen beizutragen.“ (Schlichtungsstelle BGG)

Ich werde die Seite weiter verfolgen und mich über die „hoffentlichen“ Fortschritte in den nächsten Geschäftsberichten informieren. Vielen Dank, lieber Kafka, für diesen tollen Hinweis.

Habt ihr auch eine wichtige Seite für die Rechte von Behinderten im Netz entdeckt, die noch nicht jeder kennt? Hinterlast mir einen Kommentar und ich berichte darüber.

Foto von Life Of Pix: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-die-neben-rotem-zug-steht-21410/

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

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