Die Zeiten ändern sich

Was soll ich sagen? Die Zeiten ändern sich. Letztes Jahr war ich im Sommer für 3 Wochen in den Neurointensivwochen in Gengenbach. Dahin haben meine Frau und meine Tochter mich begleitet. Ziel war der gemeinsame Urlaub im Schwarzwald nach den morgens anstehenden Therapieeinheiten. Meine Frau wollte mich nach meinem Schlaganfall nicht allein in der Fremde sehen. Halt ein Auge auf alles behalten.

Jetzt habe ich mit meiner Neurologin gesprochen. Ich darf noch einmal für 3 Wochen nach Gegenbach. Sie stellt die entsprechenden Verordnungen aus. Und meine Frau und meine Tochter werden mich begleiten. Für meine Tochter ist diese Art jedoch mehr eine Strafe als ein Vergnügen. Am liebsten ist sie bei ihren Freundinnen zu Hause. Und für meine Frau wird es mit 3 Wochen Urlaub schwierig. Wir hatten zuerst überlegt, dass meine Frau aus Gengenbach heraus arbeitet. Ist ja nach Corona heute alles möglich, wenn man wie wir eine sitzende Tätigkeit im Büro/ Homeoffice hat.

Allerdings hilft das meiner Tochter wenig. Also haben wir beschlossen, nach ca. 10 Tagen fahren meine Lieben nach Hause und holen mich nach 3 Wochen wieder ab. Allen ist damit geholfen. Für mich bedeutet das, für ca. 10 Tage bin ich ganz auf mich gestellt in Gengenbach. Von meiner Unterkunft zur Therapie laufen oder mit dem Bus fahren, einkaufen, Essen machen. Na ja, ich werde das Essen machen sicher einige Male outsourcen. Ja, die Zeiten ändern sich. Ich freue mich, dass mir meine Frau diese Eigenständigkeit wieder zutraut.

In diesem Jahr soll es verstärkt um meine geteilte Aufmerksamkeit gehen. Also das gleichzeitige Bearbeiten mehrerer Aufgaben und der schnelle Wechsel zwischen ihnen. Letztes Jahr stand das Thema Gleichgewicht ganz im Mittelpunkt. Seit dem Aufenthalt kann ich wieder Fahrrad fahren. Nach meinem Urlaub werde ich mich mit dem Thema wieder selber Autofahren beschäftigen. Das wird sicher nicht ganz einfach. Grund ist der hierfür unbedingte notwendige Versicherungsschutz. Hierfür muss ich meine Fahreignung demonstrieren. Mein Training wird daher nicht ohne Fahrstunden und eine hoffentlich abschließende Fahrprobe ablaufen. Mal sehen, was daraus wird. Auf alle Fälle ändert sich wieder einiges. Und das ist ein schöner und motivierender Gedanke.

Alle Beiträge aus Gengenbach unter Neurointensivwochen

Foto von Ksenia Chernaya von Pexels

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

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