Ein Blogger im Interview, was ich noch zusagen hätte

Dienstag hat mich diese nette Mail über meinen Blog erreicht.

Guten Tag Herr Schlenkert, 

ich bin Ergotherapie-Studentin an der HAWK Hildesheim und befinde mich in diesem Semester in einem interdisziplinärem Projekt mit Physiotherapie-Student*innen und Logopädie-Student*innen. Es geht in dem Projekt um ein fiktives Fallbeispiel eines Schlaganfallpatienten, für den wir einen interdisziplinären, optimalen Therapieprozess planen sollen. Zusätzlich ist die Aufgabe, ein Interview mit einem Betroffenem zu führen, um Informationen aus der Praxis für die Therapieplanung zu bekommen. Die Ergebnisse sollen dann vor unserem Semester präsentiert werden.

Auf der Suche nach einem geeignetem Interview-Partner, sind wir auf Ihren inspirierenden Blog gestoßen. Könnten Sie sich vorstellen, dieses Interview telefonisch mit uns zu führen? Es würde ca. 30 Minuten dauern und beinhaltet Fragen, wie z.B.:

  • welche Therapien wurden bei Ihnen durchgeführt? Wie sah Ihre Behandlung aus? 
  • was war förderlich in der Behandlung? Was hat gefehlt, oder hätten Sie sich gewünscht?
  • was waren/sind Ihre wichtigsten Ziele?

Wir haben uns für heute verabredet. Ich habe Hanne durch die Stationen meiner Krankheit geführt. Der Akutversorgung in der MHH, meiner Reha in Hessisch Oldendorf, der Euphorie im Armlabor, dem holprigen Beginn der Nachsorge, den Tücken beim Beantragen von Hilfsmitteln, den Neurointensivwochen, viel hilft halt doch viel. Wie ging es meiner Frau mit dem Schlaganfall? Über all diese Aspekte haben wir gesprochen.

Besonders erwähnt habe ich meine Facebookgruppe, wo sich immer jemand mit einem guten Tipp findet. Auf ihre Frage, was ich mir für die Schlaganfallbehandlung wünsche, habe ich mir eine bessere Koordination der Nachsorge gewünscht. Gemeint ist damit das Konstrukt der Schlaganfalllotsen aus Nordrheinwestfalen. Jemanden, der über alle Belange Bescheid weiß, den man immer fragen kann. Der fehlte mir am allermeisten. So etwas sollte es überall in Deutschland geben.

Nachtrag: Ich habe gerade auf den Seiten der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe gelesen, dass es diese Forderung in den Koalitionsvertrag geschafft hat. Hier erfahrt ihr Einzelheiten. Wir werden schauen, ob es bis zum Ende der Legislaturperiode in der Regelversorgung Aufnahme findet.

Es geht aber eindeutig in die richtige Richtung, wenn solche Aufgaben mit Patienteninterviews in den Hochschulen gestellt werden. Zuhören ist der erste Schritt zum Ändern und verbessern. Dank dir Hanne-Luise für unser interessantes Gespräch.

Foto von fauxels von Pexels

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

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