Auf den Spuren der eigenen Wurzeln

Mein Vater und ich sind beide sehr an der Geschichte unserer Familie interessiert. Unser jeweiliger Ansatz dabei ist aber sehr unterschiedlich. Er ist eher auf der Suche nach unseren Vorfahren. Lebensdaten sind ihm dabei besonders wichtig. Stundenlang kann er sich damit beschäftigen. Sucht digital nach unseren Spuren in alten Kirchen- und Taufbüchern. Entziffert Handschriften, sucht nach Berufsbezeichnungen, die heute längst vergessen sind. Blättert in alten vergilbten Fotografien und lässt Abzüge davon erstellen. Brütet über alten Karten, misst Abstände und überlegt, wie sich zwei unsere Vorfahren wohl getroffen haben könnten?

Mein Ansatz ist in diesem Fall ein etwas anderer. Ich interessiere mich eher für die jeweiligen Lebensumstände der damaligen Menschen. Lese viel darüber oder schaue Dokumentationen auf Arte und Phönix. Irgendwann möchte ich noch mal eine Geschichte oder Roman zu unseren Ahnen verfassen.

Eines ist uns aber beiden wichtig. Die Familie nicht aus dem Blick zu verlieren. Und 24 jetzige und zukünftige Schlenkerts sehen das wohl genau so. Deswegen haben wir uns letztes Wochenende in Norden in Ostfriesland getroffen. Dort wohnt mein Vater ja inzwischen.

Er hat uns in einem schnuckeligen Restaurant, dem Smutje empfangen. Gemeinsames Essen, klönen, Kennerlernen und Kaffeetrinken. Die meisten sind noch über Nacht geblieben. sehr schön.

Wir Schlenkerts stehen einfach auf Tradition. Solche Treffen gab es früher sehr regelmäßig. Mitte der Achtziger und Anfang der Neunziger. Immer am zweiten Weihnachtstag. Zum Grog trinken und Schinken essen bei meiner Oma und Opa. Das wollen wir jetzt wieder regelmäßig machen. Immer Anfang Oktober und reihum. Da, wo es uns alle hin verschlagen hat.

Mein Vater hat die Begrüßung übernommen und durch das Programm geführt. Hat er sehr gut gemacht. Hätten nur zwei unserer Ahnen sich damals anders entschieden, hätte es niemanden von uns am Tisch gegeben. Vatter’n hat uns die Linien unserer Vorfahren nahegebracht. Jede Familie hat zum Abschluss eine Ahnenreihe mit Zeitleiste erhalten. 13 Ordner, fein säuberlich von ihm, jeder eigenhändig erstellt und in unterschiedlichen Farben, je nach Familienzweig.

Was für eine Mordsarbeit. Das muss Monate gedauert haben. Viele der Anwesende werden den Schatz in ihren Händen vermutlich erst in späteren Jahren ganz zu schätzen wissen. Unsere Familie liegt uns allen am Herzen. Ich bin stolz darauf, besonders auf meinen Vater.

Ich glaube, so verschieden sind wir gar nicht.

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

Ein Kommentar zu “Auf den Spuren der eigenen Wurzeln

  1. Es war ein sehr schöner Tag und Abend und hat viel Spaß gemacht. Meinen Kindern hat es auch gefallen und sie kommen nächstes Jahr wieder mit. Gruß nach Hannover und Norden aus Frechen 😎

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