Was motiviert mich?

Wie schon geschrieben, bin ich kürzlich Mitglied in zwei Facebook-Gruppen geworden. Heute geht es um die Gruppe „Fußheberschwäche und…“ (hier folgen jetzt die Produktnamen). Hier schreiben auch Betroffene, die mit der Entscheidung der Krankenkassen bisher weniger Glück als ich hatten. Man merkt den Texten ihre Frustration und Hilflosigkeit häufig an. Man spürt, dass sie am liebsten aufgeben würden. Dann tauscht man aufmunternde Worte und ein paar Tipps. Diese werden dann dankbar aufgenommen.

Kann ich noch mehr tun? Das habe ich mich bereits während meiner Reha gefragt. Mein Sozialverband, der BDH, hat mich in seinem Magazin letztes Jahr auf die Idee gebracht. Werden Sie Richter im Ehrenamt am Sozialgericht. Warum nicht, dachte ich mir. Du hast durch deine Schwerbehinderung jetzt 5 Urlaubstage pro Jahr mehr. Warum nicht mal was zurückgeben?

Ich schrieb den Referenten an und es passierte erst mal nichts. Nach einigen Monaten erinnerte ich an mein Anliegen. Es stellte sich heraus, in Niedersachsen gab es bisher keinen Kontakt zwischen dem BDH und der Sozialgerichtsbarkeit. Ich habe das Sozialgericht Hannover angeschrieben. Es folgte die Klärung der Zuständigkeit. Danach teilte man mir am Landessozialgericht mit, dass der BDH in Niedersachsen nicht vorschlagsberechtigt wäre. Geht doch. Jetzt nicht nachlassen, dachte ich bei mir.

Der BDH betreibt in Niedersachsen die größte neurologische Reha Einrichtung in Norddeutschland. Ich fragte beim BDH an, warum er hier mit dieser Voraussetzung nicht vorschlagsberechtigt wäre? Der BDH reichte daraufhin meine Frage an das Landessozialgericht Niedersachsen Bremen weiter und lieferte nach Aufforderung seine Mitgliederzahlen.

Das Landessozialgericht hat jetzt zum weiteren Ablauf geantwortet.

Nächstes Jahr werden in Niedersachsen die neuen Richter im Ehrenamt nominiert. Ob ich dabei bin? Wir werden sehen.

Aber eins ist sicher. Ich glaube fest daran, dass Deutschland ein Rechtsstaat ist. Ich glaube daran, dass vor dem Gericht ein Betroffener die gleichen Rechte wie ein MDK oder ein Kostenträger/Leistungsträger besitzt. Und ich glaube daran, dass es sich lohnt, für seine Möglichkeiten und Rechte zu kämpfen.

Abschließend an alle Betroffenen in meiner Facebook-Gruppe. Hört nicht auf zu kämpfen. Es lohnt sich, ihr werdet sehen.

Foto von KristopherK von Pexels

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

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