Nicht das hellste Licht auf dem Kuchen

Seit einigen Wochen haben wir ein Welt am Sonntag Abo. Ein echtes Schnäppchen, dank der beiliegenden Gutscheine für einen sehr bekannten Versand-Dienstleister. Vorsorglich hatte meine Frau das Abo sofort wieder gekündigt. Die Zeitung kommt jeden Sonntag, wie es sich gehört, komplett analog, also auf Papier, direkt an unsere Haustür. Jetzt hat uns der Verlag angeschrieben, der Sonntagsausträger hat gekündigt. Aus dem Abo sind noch 5 Ausgaben offen. Meine Frau hat bei der Hotline angerufen. Die Dame war sehr bemüht, das Problem zu lösen.

Sie: Wie wäre es denn alternativ mit der digitalen Ausgabe?

Meine Frau: Wir mögen aber das haptische Gefühl einer echten Papierzeitung.

Sie: Ok, dann könnten wir Ihnen die Zeitung per Post zuschicken. Kommt dann immer am Montag.

Meine Frau: Mein Mann und ich lesen aber die Zeitung zusammen am freien Sonntag im Bett. Zeitung, Bett, Kaffee, alle Bestandteile ein Muss.

Man merkt schon, das Gespräch zog sich hin. Letztendlich einigte man sich auf eine anteilige Stornierung des Abos. Die Callcenter-Mitarbeiterin gab aber dank guter Schulung nicht auf, das zukünftige, neue Abo fest im Blick.

Sie: Darf ich Ihnen Gutscheine für die weiteren Sonntage anbieten?

Meine Frau: OK, dann gibt es die fehlenden Ausgaben zu einem späteren Zeitpunkt wieder an die Haustür?

Sie: Nein – aktuell haben wir ja keinen Sonntagszusteller. Sie bekommen 13 Gutscheine und dazu unsere Rechnung:

Meine Frau (augenrollend): Danke, dann lassen wir das mit den Gutscheinen einfach.

Neuer Anlauf. Die Mitarbeiterin machte einen letzten Versuch und änderte ihre Strategie.

Sie: Dürfen wir sie informieren, wenn wir wieder einen Zusteller gefunden haben?

Meine Frau: Gerne.

Sie: Wir kontaktieren Sie per E-Mail oder Telefon.

Meine Frau hasst Störungen von Callcentern bei der Arbeit. Egal, ob im Homeoffice oder Büro.

Meine Frau: Bitte nur per Mail.

Sie: Ich kann hier nur ja oder nein eintragen.

Meine Frau (heftig augenrollend, die tägliche telefonische Unterbrechung vor Augen): Dann nein.

Ich (beim späteren Frühstück): Na, wie war dein Gespräch mit der Welt am Sonntag?

Meine Frau (mit wild rotierenden Augen): Nicht das hellste Licht auf dem Kuchen.

Sie hat mir alles erzählt, danach haben wir diesen Text für meinen Blog entworfen. Plötzlich legt meine Frau die Stirn in Falten und meint: „Du, für die Mitarbeiterin beruhte die Einschätzung bestimmt auf Gegenseitigkeit.“

Foto von Matthias Zomer von Pexels

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

Ein Kommentar zu “Nicht das hellste Licht auf dem Kuchen

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