Heute soll es um das Laufen gehen. Oder vielleicht auch um meinen heutigen Urlaubstag. Ich habe das Laufen zweimal gelernt. Einmal als Baby und einmal nach meinem Schlaganfall. In der Reha in Hessisch Oldendorf. 6 Monate Training, mein Physiotherapeut Friedhelm immer hinter mir. Bereit zum Zufassen, damit ich nicht stürze.
Seit dem fasziniert mich das Gehen. Ich halte es persönlich für ein kleines Wunder. Manchmal sitze ich nur irgendwo und beobachte andere beim Gehen.
Welche Muskeln trainiert man beim Gehen?
Hauptsächlich werden folgende Muskeln beim Spazieren gehen trainiert:
- Schienbein
- Waden
- Teile der Oberschenkelmuskulatur
- Muskulatur der Füße
- Bauch und Po
- Nacken- und Rückenmuskulatur
Beim Laufen findet in gewisser Hinsicht ein Muskelaufbau statt. Läufer trainieren jedoch zentral ihre Kraftausdauer, das heißt die Fähigkeit, die Kraftleistung lange durchzuhalten. Wer erstmalig oder nach langer Pause laufen geht, kann einige Tage später in den Waden, den Oberschenkeln und am Bauch einen deutlichen Muskelkater spüren.
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Aber wie alle körperlichen Fähigkeiten muss es immer wieder trainiert werden, damit die Muskeln nicht wieder abbauen und allmählich ihre Funktion einstellen. Für uns Betroffene besonders wichtig, vor allem in der Nachsorge nach der Reha.
Kann man durch Gehen Muskeln aufbauen?
Was viele nicht glauben: Beim regelmäßigen, flotten Spazieren gehen findet ein Muskelaufbau statt. Natürlich wird die Muskelmasse beim Spaziergang nur bis zu einem gewissen Grad aufgebaut. Für einen ganzheitlichen Muskelaufbau integriert man am besten ein zusätzliches Krafttraining.
Wer jede Woche nur wenige Stunden spazieren geht, profitiert nicht zuletzt durch die Sauerstoffzufuhr von verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen für den Körper und Geist.
Es ist auch die einfachste Möglichkeit, mehr Bewegung und körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren und sich fit und gesund zu halten.
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Was liegt da näher, als an meinem heutigen Urlaubstag einen Spaziergang zu machen? Aber nicht ohne Ziel, er sollte auch einen konkreten Nutzen für mich haben.
Als Schlaganfallbetroffener muss ich auf meinen Blutdruck aufpassen. Hierfür erhalte ich Tabletten und diese drohen gerade, auszugehen. Also habe ich gestern bei meinem Arzt angerufen. Es gebe jetzt das E-Rezept, so die freundliche Arzthelferin.
Wo ich das denn einlösen könnte, ich? Sie, in jeder Apotheke. Einfach Versichertenkarte herüberreichen, einlesen, hinterlegtes Rezept des Arztes einlösen, fertig.

Ich muss zugeben, ich war ein wenig skeptisch. Also heute nicht erst zum Arzt und danach zur Apotheke, sondern gleich zur Apotheke. Das geht natürlich nur, weil meine Karte dieses Quartal schon beim Arzt war. Sonst muss ich wie gewohnt erst dort hin.
Erste Apotheke, Fehlanzeige. Man wartet dort noch auf die notwendige Hardware. Nun, in einem Monat wird es ernst. Bis dahin sollte das gehen, der Markt wartet bekanntlich nicht.
Die zweite Apotheke ist ca. 1 Kilometer weiter entfernt. Wird es hier besser funktionieren?
Heureka! Erfolg, das Rezept war vom Arzt hinterlegt worden. Die Apotheke konnte dank Schlüssel auf meiner Karte problemlos darauf zugreifen. Ehrlich, trotzdem ich als IT Mitarbeiter die Abläufe kenne, war ich begeistert. Ein wenig erinnert das doch an Zauberei. Ein ähnliches Gefühl hatte ich bei meiner ersten E-Mail. Warum haben wir das eigentlich nicht schon länger?
Heute habe ich mein erstes E-Rezept eingelöst. Der erste Tag der digitalen Zukunft im Gesundheitswesen. Ganz ohne App.
Nun, mein Weg führt jetzt jedes zweite Mal in die entgegengesetzte Richtung. Nicht zum Arzt, sondern direkt zur Apotheke. Sehr praktisch für mich als chronisch kranker Mensch. Und das nette Gespräch mit der Arzthelferin, das führe ich dann halt am Telefon.

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem E-Rezept? Hinterlast gerne einen Kommentar.
Foto von Daniel Reche: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-joggen-3601094/