Die genau richtige Ansprache

Wir sind glücklich aus dem Urlaub zurück. Nach dreieinhalb Jahren der erste längere Urlaub, ganz ohne Therapieaspekt. Die letzten beiden Urlaube hatten sich ja mehr um meine Therapie gedreht.

Die zweite Woche haben wir im Vilpianerhof in Südtirol verbracht. Genau zwischen Meran und Bozen. Der Aufenthalt ist total gelungen.

Durch den sehr gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr ist man schnell und meist pünktlich überall.

Ich mag die majestätischen Berge im Hintergrund. Und das gute Essen, mit der Leichtigkeit der italienischen Küche und den kräftigen südtiroler Einflüssen.

Und ich mag die bodenständischen Menschen dort. Hansjörg und seine Frau betreiben dort ein Hotel. Sehr fleißige und tatkräftige Menschen. Und ich mit meiner Familie mittendrin. Jeden Abend ein gemütliches Abendessen, meist auf der Terrasse, immer mindestens 2 Stunden lang.

Ich weiß, das war ein Hotelaufenthalt und der war nicht ganz preisgünstig. Aber ich habe mich eine Woche wirklich als Gast gefühlt.

Besonders gelungen fand ich die Ansprache der Chefin. Man sieht es ja, die Behinderung durch meinen Schlaganfall. Besonders wenn die Spastik zuschlägt und mein Arm in dieser schlaganfall typischen Haltung angewinkelt ist.

Und ich kann sehen, was die Leute denken. Geht euch sicher auch so. Sie hat mich dann nach drei oder vier Tagen einfach so darauf angesprochen. Ganz direkt, so mag ich es am liebsten.

Wir haben uns ein wenig über die richtige Reaktion beim Auftreten eines Schlaganfalls unterhalten. Und über die Folgen und den steinigen Weg zurück. Passt ja irgendwie zu der Gegend in Südtirol.

Hans-Georg macht jede Woche eine Wanderung mit den Gästen auf eine Alm. Hinweg zwei Stunden, einkehren und dann zurück. Das habe ich mir noch nicht zugetraut. Aber man muss ja noch Ziele für einen weiteren Aufenthalt haben. Schön war’s.

Wie geht ihr mit den Blicken der Menschen um? Werdet ihr gerne auf eure Behinderung angesprochen? Oder mögt ihr es am liebsten, wenn diese ignoriert wird? Hinterlast gerne einen Kommentar.

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

Ein Kommentar zu “Die genau richtige Ansprache

  1. Da ich schon lange meinen monentanen Istzustand angenommen habe und mich als Aufklärer rund um das Thema Schlaganfall Gedundheitsprävention und Inklusion sehe freue ich mich sogar,wenn ich angesprochen werde, würde aber das Thema nicht von mir auf den Tisch bringen wenn es nicht angebracht ist spannend und witzig sind meist die Reaktionen wenn ich gefragt werde was ich beruflich mache

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