Von Fußhebung, holprigen Bürgersteigen und der Freiheit, einfach überall hingehen zu können

Heute möchte ich euch ein wenig über meine persönliche momentane Herausforderung erzählen. Durch meinen Schlaganfall habe ich eine Fußheberschwäche zurückbehalten. Das Wort habe ich vor meinem Schlaganfall überhaupt nicht gekannt. So selbstverständlich ist die Fußhebung. Meint, beim Gehen hebt man total automatisch seinen Vorfuß. Und diese Fußhebung ist bei mir gestört. Die zuständige Stelle im Gehirn funktioniert nicht mehr. Dadurch ziehe ich den Vorderfuß beim Laufen nicht mehr hoch. Es droht Sturzgefahr. Daher muss ich mich beim Laufen sehr konzentrieren und bin nach einigen Kilometern ziemlich erschöpft. Direkt nach meinem Schlaganfall war das Laufen auf den holprigen Bürgersteigen mit den ständigen Steigungen und Gefällen eine Tortur für mich.

Aber es gibt einen Ausweg. Seit einiger Zeit gibt es elektrischen Fußhebersysteme. Der zuständiger Peroneus-Nerv an meinem Unterschenkel ist ja noch vollständig in Ordnung. Also kann man bei mir die Fußhebung mit einem elektrischen Impuls direkt am Nerv steuern. Ich schwinge das Bein nach vorne, der Impuls wird vom Gerät gesendet und mein Vorderfuß hebt sich an. Das Laufen wird so viel einfacher für mich. Auf diese Weise sind für mich wieder Distanzen bis 8 Kilometer am Tag möglich. Die Dinger sind ein Segen. Es gibt dabei nur zwei Probleme. Die Systeme sind immer noch bei Ärzten und Therapeuten ziemlich unbekannt. Unglaublich oder, aber weder mein Hausarzt noch meine Neurologin kannte das System. Was hätte ich gemacht, wenn meine Frau das System nicht im Internet entdeckt hätte?

Weiter sind sie mit gut 8.000 € ziemlich teuer. Also stellen sich die Krankenkassen entsprechend an, wenn sie diese bewilligen sollen. Und deshalb möchte ich zur Aufklärung über die Möglichkeiten solcher Systeme beitragen. Zusätzlich habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, über den BDH Ehrenamtlicher Richter zu werden. Häufiger muss über ein zuständiges Sozialgericht eine Krankenkasse freundlich erinnert werden, was so ihre Aufgabe ist.

Ich wünsche euch ein friedliches Osterfest bei strahlendem Sonnenschein. Nutzt die Zeit und bewegt euch mit mir. Auch das ist eine Form von selbstverständlicher Freiheit, auch wenn man als Gesunder wenig davon ahnt. Auf geht’s zusammen in die vorletzte Runde meiner Osterherausforderung.

Euer Olaf

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

2 Kommentare zu „Von Fußhebung, holprigen Bürgersteigen und der Freiheit, einfach überall hingehen zu können

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