Odyssee, die Zweite

Ich habe von der KV Niedersachsen umgehend eine Antwort erhalten. Kompliment, hatte ich nicht erwartet. Ich bin zwar immer noch auf einer Irrfahrt, weiß jetzt aber wenigstens warum. Ich werde Montag noch mal nachbohren, ob eine Erweiterung des Services konkret geplant ist? Würde ja viel Zeit am Counter in den Praxen einsparen. Ich werde nachfragen, ob es eine Übersicht gibt, welche Praxen bereits elektronische Terminreservierungen zulassen? Läge im Interesse der Praxis und wäre bestimmt in der derzeitigen Lage ein Wettbewerbsvorteil. Die Mitarbeiter am Empfang würden sicher kurzfristig eine starke Entlastung spüren.

Lasst uns alle zusammen die Welt ein klein wenig besser machen. Wir machen was draus. Und schreibt eurer KV. Schönen vierten Advent.

Sehr geehrter Herr Schenkert,

danke für Ihre eMail.

In einem Punkten gebe ich Ihnen Recht: Das System ist relativ kompliziert. Dies ist allerdings der Komplexität des Gesundheitswesens und den Vorgaben des Gesetzgebers geschuldet.

Ursprünglich war die Terminservicestelle ein eigenständiges Gebilde mit einer eigenen Telefonnummer, das ausschließlich Facharzttermine vermitteln sollte. Inzwischen wurde es der ursprünglichen Bereitschaftsdienstnummer 116117 zugeordnet und wird auch für Corona Anfragen und neuerdings sogar die Vermittlung von Impfterminen genutzt.

Das scheint erstmal verbraucherfreundlich, führt aber zu diversen Weichen in der Vermittlung, denn Terminvergabe und Bereitschafts-/Notdienst sind nicht dasselbe. Und Länder, die die Impfung organisieren und Kassenärztliche Vereinigungen, die die Facharzttermine vermitteln, auch nicht.

Es sind also viele Verzweigungen notwendig – und damit sogenannte dispatcher, die manuell eingreifen, wenn das System etwas nicht zuordnen kann.

Soweit zu den technischen Zwängen bzw. aus Ihrer Sicht Unzulänglichkeiten.

Auch schafft ein solches System keine zusätzlichen Termine. Die Facharztpraxen müssen „normale“ Termine umwidmen, um sie der Terminservicestelle melden zu können. Davon werden es aber leider nicht mehr.

Gesetzlicher Auftrag der TSS ist es nicht, Wunschtermine zu vermitteln, sondern einen Termin in zumutbarerer zeitlicher und räumlicher Entfernung bei „irgendeiner“ Praxis. Und das ausdrücklich nur, wenn die überweisende Praxis dies per Vermittlungscode auf der Überweisung „wünscht“.

Es geht also nicht um die Vermittlung jeden Termins, sondern „nur“ um eine gezielte Vermittlung sogenannter dringender Fälle, die nicht morgen oder übermorgen, sondern innerhalb der nächsten vier Wochen einen Termin erhalten sollen.

Die zusätzliche Kontaktaufnahme mit der Praxis ist zum einen für die Terminbestätigung, zum anderen aber vor allem für das Abklären von weiteren Fragen notwendig, damit die Praxis sich vorbereiten kann. Darum sind diese Termine auch nicht online buchbar.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen die erhofften Erläuterungen gegeben zu haben und wünsche Ihnen einen einen schönen 4. Advent.

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

Ein Kommentar zu “Odyssee, die Zweite

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