Gegen 13 Uhr am letzten Tag der Reise erreichte das Schiff Nijmegen, die älteste Stadt der Niederlande. Ganz schön modern, dachte der Detektiv während eines Stadtrundgangs. Die viertägige Reise neigte sich dem Ende entgegen. Morgen gehen 09:00 würde die gemeinsame Reise in Düsseldorf enden. Alle Verdächtigen würden sich in alle Winde zerstreuen. Der Mörder musste unbedingt vorher gefunden werden.







Nijmegen [ˈnɛiˌmeːɣə(n)][2] (anhörenⓘ/?), deutschNimwegen, seltener auch Nijmwegen und Nymwegen, auf Nimwegisch Nimwèège [nɪmˈʋɛːʝə] (lateinisch Ulpia Noviomagus Batavorum), ist eine Gemeinde mit 188.981 Einwohnern (Stand 1. Januar 2025) in der Provinz Gelderland im Osten der Niederlande, die in unmittelbarer Nähe der Grenze zur deutschenRegion Niederrheinliegt. Nijmegen war der wichtigste der vier Hauptorte in der Grafschaft Geldern und wurde 1402 Mitglied der Hanse.
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Der Salon der MS Loreley war still. Die Gäste hatten sich versammelt, die Spannung war greifbar. Hercule Van der Maes trat vor, die Hände in den Taschen, der Blick versonnen auf den Boden gerichtet. Er begann zu sprechen – leise, fast beiläufig.
„Wissen Sie, was mich nicht loslässt? Es ist diese Kleinigkeit. Der Fingerabdruck auf dem Brieföffner. So sauber. So… perfekt.“
Greta Lindner lächelte kühl. „Ein Beweis gegen Jean-Pierre, nicht wahr?“
Van der Maes hob den Kopf. „Ach, wissen Sie, Madame Lindner, ich bin kein Mann für große Theorien. Ich stolpere über Details. Und da war dieser Duft – Eau de Narcisse Bleu. Ich habe ihn in Ihrer Kabine gerochen. Und in der des Opfers.“
Greta zuckte die Schultern. „Er mochte ihn. Vielleicht hat er ihn selbst getragen.“
Van der Maes nickte langsam. „Vielleicht. Aber dann ist da noch der Brief. Der zerrissene Brief. Ich habe ihn rekonstruieren lassen. Die Handschrift – sie ist Ihre. Und der Inhalt? Eine Drohung. Keine journalistische Anfrage.“
Greta wurde blass. „Sie haben kein Motiv.“
Van der Maes lächelte mild. „Ach, wissen Sie, ich habe da noch eine Kleinigkeit. Das Aufnahmegerät. Es war versteckt in seiner Kabine. Ihre Stimme ist darauf. Sie sagen: Wenn du mich verrätst, bringe ich alles ans Licht. Und dann… Stille.“
Ein Raunen ging durch den Raum. Greta stand auf. „Das beweist nichts.“
Van der Maes trat näher. „Doch, Madame. Es beweist, dass Sie dort waren. Dass Sie ihn konfrontierten. Und dass Sie ihn hassten. Der Brieföffner? Sie haben ihn mit Handschuhen angefasst – und dann absichtlich den Fingerabdruck von Jean-Pierre darauf platziert. Ein raffinierter Trick. Aber nicht raffiniert genug.“
Greta schwieg. Ihre Augen flackerten. Dann sagte sie leise: „Er hat mich benutzt. Ich wollte ihn nur zur Rechenschaft ziehen.“
Van der Maes nickte. „Und Sie haben ihn zur Rechenschaft gezogen. Mit einem Mord.“
Die Polizei wartete bereits in Düsseldorf. Greta Lindner wurde abgeführt – ohne Widerstand. Die Gäste atmeten auf, manche mit Erleichterung, manche mit Entsetzen.
Van der Maes setzte sich in den Salon, bestellte sich eine heiße Schokolade mit Sahne und murmelte:
„Die Wahrheit, meine Damen und Herren, ist wie ein hochwertiges Parfüm. Sie bleibt – selbst wenn man glaubt, sie sei längst verflogen.“