Heimat oder das zweite Leben einer alten Schullandkarte

Kennt ihr noch diese alten Schullandkarten? Diese großen Karten, die in einem Kartenraum nahe dem Lehrerzimmer in der Schule waren?

Die man immer vor dem Erdkundeunterricht holen und an den großen Kartenständer im Klassenzimmer hängen musste. Nach der Stunde ging es dann zurück in die Dunkelheit des Kartenraums.

Bis vor ein paar Jahren habe ich in einem Unternehmen zur Erstellung sozialwirtschaftlicher Software gearbeitet. Als Produktmanager musste ich auch häufiger Kunden besuchen. In Kiel sitzt die Brücke Schleswig-Holstein mit ihren Werkstätten für behinderte Menschen.

Häufig wurden wir nach unseren Gesprächen eingeladen, auch die Werkstädten zu besichtigen und die dort erstellten Produkte zu bestaunen. Für mich als Nostalgiker und Buchliebhaber ein echtes Paradies.

Und dort habe ich sie dann entdeckt, die alte Wandkarte von der deutschen Nordseeküste. Direkt von meinem Geburtsort in der Nähe von Wilhelmshaven. Das konnte kein Zufall sein, oder? Die war für mich gemacht. Musste ich natürlich gleich kaufen.

Upcycling ist ein Mischwort aus Aufwerten („Up“ ) und Wiederverwerten („Recycling“). Die Idee ist, scheinbar nutzlose Dinge oder gar Abfälle in neuwertige Produkte umzuwandeln, um die Notwendigkeit für die Neuproduktion von Dingen und Materialien zu reduzieren und auf diese Weise nachhaltiger zu leben. Anders als beim einfachen Recycling wird beim Upcycling das Material tatsächlich aufgewertet.

utopia.de

Heute lebt die Karte ein zweites Mal dank der Brücke als Dokumentenmappe. Ich nutze sie für Arztgespräche und andere Termine, bei denen ich Papier von meiner Krankengeschichte benötige.

Die Heimat dabei immer fest im Herzen.

Meine Patientenakte

Upcycling, über das zweite Leben alter Schätze

Foto von Dids .: https://www.pexels.com/de-de/foto/foto-des-leeren-klassenzimmers-2675061/

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

Hinterlasse einen Kommentar