Erinnerungen, die Magie der bewegten Bilder

Was habt ihr am 26. August 1972 gemacht? Ich kann mich nicht erinnern. Aber ich war dabei, definitiv.

Bei der Eröffnung der Segelwettbewerbe der olympischen Spiele in Kiel Schilksee. Kein Wunder, dass ich davon nichts mehr weiß, zu dieser Zeit war ich vier Jahre alt.

Kiel wird 1972 zur Olympia-Stadt

Ich weiß das von meinem Vater. Er hat etwas ganz Tolles gemacht. Er hat viel wichtige Ereignisse meiner Jugend und der ganzen Familie auf Film festgehalten. Schon früh hatte er als technisch interessierter Mensch eine Super 8 Kamera. Die kam damals häufig zum Einsatz. Bei Familienfeiern, Ausflügen oder im Urlaub.

Ich erinnere mich an die Filmabende in meiner Jugend. Papa baute die Leinwand und den Projektor auf. Die Familie versammelte sich. Der Projektor ratterte und irgendwann im Laufe des Abends riss immer der empfindliche Film.

Im Laufe der Jahre wurden die Abende immer weniger. Der Aufwand des Aufbaues war zu groß. Die Projektoren gingen mit der Zeit kaputt, wurden nicht mehr ersetzt. Die Filmspulen verschwanden in einem Karton und wurden vergessen.

Bis zu diesem Wochenende. Mein Vater hat den verschollenen Film auf DVD überspielen lassen. Gemeinsam mit meiner fünfzehnjährigen Tochter haben wir den Film geschaut. Ich mit vier Jahren. Und dabei an alle gedacht, die nicht mehr bei uns sind, meine Großeltern, meine Mama.

Wir haben daran gedacht, wie es einmal war. Erinnerungen, sagte mein Papa gestern zu mir, Erinnerungen sind das allerwichtigste.

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

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