Ein Thema, welches mich auch fünf Jahre nach meinem Schlaganfall immer noch mit Sorgen umtreibt, ist eine demenzielle Erkrankung. Davor habe ich echt einen Heidenrespekt.
Bei bis zu 60% der Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, kommt es im ersten Jahr danach zu einer Demenz. Man spricht in diesem Zusammenhang von PSCI (post-stroke cognitive impairment). Am häufigsten tritt PSCI kurz nach dem Schlaganfall. Bis zu 20% der Patienten mit einem milden PSCI erholen sich wieder komplett, aber der Großteil der Patienten gelangt nicht mehr zum kognitiven Status vor dem Insult zurück. Patienten, die sich komplett von Schlaganfall und folgendem PSCI erholen, haben dennoch ein erhöhtes Demenzrisiko.
Durch Zufall habe ich jetzt diesen interessanten, kurzweiligen und zugegeben sehr lustigen Beitrag auf youtube gefunden. 10 Minuten eurer Zeit, die sich wirklich lohnen.
Es ging der jungen Neurowissenschaftlerin und Science Slam Meisterin um den Begriff der kognitiven Reserve. Ja, Wissenschaft kann auch lustig und gut verständlich sein.
Die kognitive Reserve bezeichnet die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen Schädigungen (wie Alzheimer), die durch lebenslanges Lernen, Bildung, komplexe Arbeit und soziale Kontakte aufgebaut wird. Sie kompensiert funktionelle Verluste, wodurch Symptome einer Demenz später auftreten. Ein aktiver Lebensstil kann den Ausbruch verzögern.
KI
Der Trick: Nicht jedem Menschen geht es mit derselben Diagnose gleich schlecht. Einige kommen mit der Krankheit besser klar, als andere. Warum ist das so?
Das Gehirn nutzt alternative neuronale Verbindungen, um Schäden zu umgehen. Menschen mit hoher Reserve können mehr Pathologie tolerieren, bevor kognitive Einbußen spürbar werden. Sie heilt Demenz nicht, aber sie kann den Ausbruch um Jahre hinauszögern.
Was kann ich selber dafür tun?
Mir geben solche Fakten ein gutes Gefühl trotz meiner Krankheit. Ich fühle mich dann einfach nicht so wehrlos, wenn ich durch mein Verhalten die Dinge beeinflussen kann.
Grundlage für die kognitive Reserve bilden Bildung, „hohe“ Intelligenz, berufliche Komplexität und geistig anregende Freizeitaktivitäten (Lesen, Musik, soziale Interaktion). Nun, ich denke da bin ich durch meinen anregenden Beruf und meinem Hobby, dem Lesen, noch ganz gut dabei. Na ja und Sport versuche ich ja auch in meinem Alltag verstärkt unterzubringen.
Wie sieht es bei euch aus? Bewegen euch solche Themen? Oder verunsichern euch solche Informationen eher?
Hinterlasst gerne einen Kommentar. Jetzt viel Spaß beim Video und das Titelbild dieses Beitrags konnte doch nur eine Schildkröte sein, oder?
Foto von Richard Segal: https://www.pexels.com/de-de/foto/schwarzweiss-schildkrote-1618606/