Entscheidendes

Heute zur Abwechselung zum Thema Arbeit. Nach meinem Schlaganfall bin ich recht schnell wieder mit Arbeiten angefangen. Jedoch habe ich wegen des Zeitaufwands mit meinen Therapien gleich auf 80% verkürzt. Drei Monate später eröffnete man mir, dass die Firma Produktmanagementmethoden und meine damit verbundene Stelle nicht mehr weiter einsetzen wolle. Es wurden nach Alternativen gesucht.

Ich bin in den Softwaresupport gewechselt und habe erst mal abgewartet, wie es so anläuft? Ist für mich okay. Ich bin schon seit 30 Jahren in diesem Bereich. Die Arbeit ist einfach und überfordert mich nicht.

Und was das Beste ist. Auch nach Corona bleibt es wohl erst mal beim Homeoffice. Neue Mobile Work Konzepte neudeutsch für Platzmangel machen es möglich. Ich habe damit wirklich dauerhaft dadurch mehr Zeit für mein persönliches Vorankommen.

Aber eine Sache stimmt mich doch melancholisch. In meinem Job als Produktmanager war ich regelmäßig zweimal im Jahr in Nürnberg. Wir waren dort Aussteller auf zwei Messen im Sozialbereich. Im Frühjahr ging es immer auf die Werkstättenmesse. Dort stellen die Behindertenwerkstätten ihre Produkte und Dienstleistungen aus.

Ihr würdet staunen, wie wenig diese Messe und die Werkstätten mit den existierenden Vorurteilen zu tun hat. Hier wird wirklich Technologie und Handwerk auf höchstem Niveau präsentiert. Ich habe mich immer total auf die 4 Tage in Nürnberg gefreut. In den Pausen bin ich über die Messe gestreift. Überall mal schauen. Leicht kam man mit den Leuten in Kontakt. Ich liebe diesen unkomplizierten und rücksichtsvollen Geist der Sozialwirtschaft.

Meist gab es ein Mitbringsel für meine Frau oder Tochter. Schmuck oder etwas anderes. Vor allem am Schlußtag ließ sich häufig ein Schnäppchen machen. Unser Running Gag ist immer noch ein Obstkorb, den ich dort erstanden habe. Ich lasse unsere Freunde immer raten, wofür dieser Gegenstand ist. Keiner ist bisher darauf gekommen.

Logisch, oder?

Meine Frau hat bisher immer die Taschen einer Behindertenhilfewerkstatt verschmäht. (Ich fand sie schick, schicke aber vorsichtshalber bei größeren Anschaffungen immer vorab ein Foto.) Ich habe mir allerdings vor ca. 10 Jahren dort eine Laptoptasche gekauft. Nach 7 Jahren ging dann durch häufige Bedienung vorne eine Schließschnalle kaputt. Ich ging zu dem Stand hin und schilderte mein Problem. „Geben Sie mal kurz nee Visitenkarte“, sagte die nette Mitarbeiterin. 14 Tage später hatte ich zwei komplett neue Schnallen in der Büropost. Unentgeltlich. Wo findet man das heute noch?

Ja, Nürnberg wird mir fehlen. Schaut euch mal das Video an. Habe gerade ins Internet geschaut. Vom 19. bis 22.01.2022 ist es wieder so weit.

Ich glaub, ich fahr hin. Ganz privat, nur für mich. Die Eintrittspreise sind nicht der Rede wert. Vielleicht sieht man sich? Überzeugt? Hier kommt mein Abschlußargument: Nürnberg und das dortige Essen (Schäufele) und die vielen tollen Biersorten sind immer eine Reise wert.

Bis dahin, euer Olaf

Foto von KOUSHIK BALA von Pexels

Veröffentlicht von oschlenkert

männlich, 52 Jahre, verheiratet, 1 Kind, mitten im Leben ... und dann kam der Schlaganfall.

2 Kommentare zu „Entscheidendes

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